Studieninhalte & Profil

Theorie und Praxis der Produktionstechnik

Die exportorientierte deutsche Industrie ist einem anhaltenden Kostendruck am internationalen Markt ausgesetzt. Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit sind im Umfeld der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung die Garantie für die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion. Dies erfordert Ingenieure mit einem breiten und interdisziplinären Wissen im gesamten Umfeld der Produktion und der produktionsnahen Bereiche. Die fertigungsgerechte Gestaltung des Produktes ist dabei ebenso wichtig wie der sichere Umgang mit digitalen Werkzeugen, die Entwicklung und Verbesserung von Prozesstechnologien und der Einsatz von Methoden schlanker und digitalisierter Produktionssysteme.

Die Studierenden erwerben daher im Rahmen des Studiums der Produktionstechnik umfassende Kenntnisse in den technischen und produktionswirtschaftlichen Grundlagen und können sich gezielt weitere ausgewählte Fachkompetenzen aneignen. Die Studienrichtung bietet dazu Wahlmodule an, die es ermöglichen, das Studium an die spezifischen Anforderungen des Unternehmens anzupassen. So werden die Studierenden zielgerichtet auf ihre zukünftige Karriere vorbereitet.

Die detaillierten Inhalte der Studienrichtung sind im Modulplan (PDF) aufgeführt.


Wahlmodule in der Studienrichtung

Die Produktionstechnik beschäftigt sich mit der Produktherstellung von der Produkt- und Produktionsplanung, über die Produktionsmaschinen und die Herstellungsprozesse bis hin zum Qualitätsmanagement. Im dualen Studium werden Kenntnisse zu Fertigungsprozessen, Fertigungsarten, notwendigen Maschinen, unterschiedlichen Mess- und Prüfmethoden sowie logistischen Abläufen vermittelt.

Wahlmodule bieten die Option, bestimmte Themen der produktionswissenschaftlichen Kompetenzfelder zu vertiefen. Neben der freien Modulwahl in der Studienrichtung Produktionstechnik sind je nach Kombination der wählbaren Fächer unterschiedliche Schwerpunkte möglich. Diese Schwerpunkte setzen sich aus mindestens vier vertiefenden Modulen zusammen. Da die Wahlmodule im dritten Studienjahr angeboten werden, ist die Entscheidung für diese Module am Ende des zweiten Studienjahres erforderlich.

Schwerpunkt Produktionsmanagement: Neben den technischen werden auch die organisatorischen und wirtschaftlichen Aspekte von Produktionsprozessen sowie die Optimierung der damit verbundenen Abläufe näher betrachtet. Die Studierenden erwerben zusätzliche Fachkompetenzen im Bereich der Managementaufgaben innerhalb des Produktionsumfeldes. Damit können sie an Schnittstellen, wie beispielsweise zum Qualitätsmanagement oder zur Materialwirtschaft, arbeiten und Projekte zielorientiert leiten. Der Studienschwerpunkt vertieft in Anlehnung an die Erfordernisse der Partnerunternehmen Fächer wie Produktionssysteme und Produktionsmanagement, Personalmanagement in Produktionsbereichen, Investitionsrechnung sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen und Projektmanagement.

Schwerpunkt Digitale Produktion: Die Flexibilisierung und Dynamisierung der Produkt- und damit auch der Produktionslebenszyklen erfordern eine Durchdringung mit immer neuen Technologien. Darüber hinaus ist neben einer soliden Basis in den klassischen Feldern der Produktionstechnik ein interdisziplinäres Verständnis der technischen Kommunikationsprozesse ausschlaggebend. Ansätze der Künstlichen Intelligenz (zum Beispiel Machine Learning) werden die Tätigkeiten in der Produktion zunehmend beeinflussen und erfordern die Fähigkeit, Prozesstechnologien und IT-Lösungen zu verknüpfen und dabei mit großen Datenmengen umgehen zu können. Der Studienschwerpunkt Digitale Produktion beinhaltet Fächer wie Digitale Fabrik, Digitalisierungsansätze in der Produktion, Mechatronische Systeme sowie Grundlagen der Digitalen Transformation und Grundlagen des angewandten Software Engineerings für Ingenieure. Absolventen bekommen die Möglichkeit, die Ansätze der Vernetzung und Digitalisierung in unternehmensspezifischen Projekten umsetzen.

Das Angebot an Wahlmodulen wird künftig bedarfsgerecht erweitert.


Das duale Studienmodell

Die angehenden Studierenden bewerben sich bei einem Unternehmen ihrer Wahl – dem Dualen Partner. Haben sie mit dem Betrieb einen Studienvertrag geschlossen, dann werden die Studierenden an der DHBW Ravensburg immatrikuliert. Es wechseln sich drei- bis sechsmonatige Theoriephasen an der Hochschule mit gleichlangen Praxisphasen beim Dualen Partner ab. So kann die Theorie direkt in der Praxis angewandt werden und umgekehrt ergeben sich aus den Erfahrungen der Praxis neue Ansatzpunkte für die Theorie.


Maschinenbau als Basis

Im Kern des dualen Maschinenbau-Studiums an der Fakultät Technik der DHBW Ravensburg steht unabhängig der gewählten Studienrichtung und der Wahlmöglichkeiten im dritten Studienjahr immer die solide ingenieurwissenschaftliche Ausbildung in den Grundlagenfächern des Maschinenbaus: Die Studierenden beschäftigen sich mit den für diesen Bereich relevanten Fähigkeiten aus der Mathematik und Physik und lernen sämtliche Bereiche des Maschinenbaus wie Konstruktion, Fertigungstechnik und Mechanik kennen. Die angehenden Ingenieure erlangen praxisrelevantes Wissen über Geschäftsprozesse und trainieren die wissenschaftliche Methodik.


Schlüsselqualifikationen und Projekte

Über den fachspezifischen Lehrplan hinaus werden an der DHBW Ravensburg mit Campus Friedrichshafen Seminare angeboten, die Schlüsselqualifikationen wie wissenschaftliches Arbeiten, Präsentationstechnik und Projektmanagement ausbauen.

Die ausgeprägte Projektkultur am Campus Friedrichshafen fördert soziale Kompetenzen wie Teamarbeit und interdisziplinäres Denken. Unter anderem werden Arbeiten in folgenden Projekten und Laboren angeboten:

  • GFR (Global Formula Racing)-Team: Jährliche Entwicklung eines Elektro- und eines Verbrenner-Rennautos in Zusammenarbeit mit der Oregon State University in Corvallis, USA, mit erfolgreicher Teilnahme an internationalen Wettbewerben
  • Projekte im Zentrum für Digitalisierung in Produktion und Produktentwicklung mit dem zugehörigen Produktionstechnischen Zentrum und den Laboren für Mess- und Regelungstechnik sowie dem Labor für Fertigungsmesstechnik
  • Projekte in der Lernfabrik für Digitale Anwendungen am IWT
  • Projektanwendungen mit ROS (Robot Operating System)
  • Wechselnde Kooperationsprojekte mit Dualen Partnern in Innovationszentren


Auffrischungskurse Mathematik, Physik und Informatik-Vorkurs

Studieninteressierte, die ihre Mathematik- oder Physik-Kenntnisse vor dem Studium auffrischen oder Grundlagen der Informatik erlernen wollen, können beim Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT) der DHBW Ravensburg vor Studienbeginn Mathematik-, Physik- und Informatik-Vorkurse belegen. Informationen dazu sind auf den Seiten des IWT zu finden.

Studienverlauf & Organisatorisches

Das Studienjahr beginnt zum 1. Oktober mit einer dreimonatigen Praxisphase beim Dualen Partner. Anschließend folgt eine dreimonatige Theoriephase an der DHBW Ravensburg am Campus Friedrichshafen. Die theoretischen Studienabschnitte wechseln sich mit den Praxisphasen im Drei- bzw. Sechsmonatsrhythmus ab. Der gesamte Studienverlauf während der drei Jahre ist aus dem Blockplan ersichtlich.  

Abschluss des Studiums ist nach drei Jahren der Bachelor of Engineering mit 210 ECTS Punkten.
 

Auslandssemester

Während des 5. oder 6. Studiensemesters ist bei entsprechenden Studienleistungen und in Absprache mit dem Dualen Partner ein Auslandssemester an einer der Partneruniversitäten der DHBW Ravensburg möglich. Weiterführende Informationen zum Thema Auslandsemester gibt es auf der Seite des International Office.

In der Fakultät Technik wird in der Regel eine der Praxisphasen für ein Auslandspraktikum genutzt, etwa bei einer Niederlassung, bei Kunden oder bei Lieferanten des Dualen Partners. Die Studierenden werden bei Bedarf bei der Vermittlung von Praktika und Theoriesemestern im gewünschten Zielland von der Studiengangsleitung unterstützt.
 

Zusatzqualifikationen

Darüber hinaus können Studierende unterschiedliche Zusatzqualifikationen erlangen:

  • AdA-Schein durch die Ausbilder-Eignungsprüfung
  • Projektmanagement-Basiszertifizierung nach GPM-Standard
  • Qualitätsmanagement

Die Fortbildungsmöglichkeiten sind auf der Seite der Studium Generale und bei den Kompetenzzentren zu finden.

Berufsperspektiven & Einsatzgebiete

Die Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen sind aufgrund der breit angelegten theoretischen und übergreifenden Kenntnisse vielseitig. Besonders vorbereitet sind die Absolventen aufgrund ihrer Spezialisierung auf Tätigkeitsfelder in den Bereichen der industriellen Planung und Produktion.
 

Mögliche Arbeitgeber

Arbeitgeber für Maschinenbau-Ingenieure sind in vielen Branchen angesiedelt: Dazu gehören Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe von der Automobilzulieferindustrie bis hin zur Medizintechnik, vom kleinen und mittelständischen Unternehmen bis zum weltweit agierenden Konzern.
 

Typische Einsatzbereiche

  • Entwicklung von Prozesstechnologien sowie deren Planung, Umsetzung und Verbesserung
  • Anlagenprojektierung und -beschaffung
  • Aufgaben in den produktionsnahen Abteilungen wie Arbeitsvorbereitung und Fertigungssteuerung
  • Qualitätsmanagement
  • Betriebsmittelkonstruktion
  • Projektmanagement
  • Projekteinkauf, technischer Einkauf

Methoden-, Fach- und Sozialkompetenz qualifizieren die Absolventen darüber hinaus zu Führungsaufgaben und sind Grundlage für die Optimierung komplexer Organisations- und Produktionsabläufe.
 

Stimmen der Absolventen

Johanna Kaindl

Absolventin, MTU Aero Engines AG

"Das Duale Studium an der DHBW verbinde ich mit sehr vielen positiven Erinnerungen: Durch die vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die die Kommilitonen aus ihren Firmen mitbringen, sind Wissensaustausch und rege Diskussionen während den Vorlesungen eine häufige Ergänzung zur vermittelten Theorie. Außerdem macht die überschaubare Kurs-Größe einen unkomplizierten und persönlichen Kontakt mit den Dozierenden möglich. In den Praxisphasen im eigenen Betrieb bekommt man die Chance Berufserfahrung zu sammeln, kleine Projekte durchzuführen und Erlerntes aus den Theoriephasen zu vertiefen und zu ergänzen. Nebenbei baut man sich in den drei Jahren ein Netzwerk auf, von dem man in der persönlichen & beruflichen Zukunft profitieren kann. Ich kann das Duale Studium jedem ans Herz legen, der Lust auf eine facettenreiche & positiv-intensive Weiterbildung hat und optimal vorbereitet ins Berufsleben starten möchte."

Duale Partner

Die Bewerbung für ein duales Studium an der DHBW erfolgt direkt bei einem der Dualen Partner – das sind die Unternehmen und Einrichtungen, die mit der DHBW zusammenarbeiten.
 

Duale Partner finden

Auf der Liste der Dualen Partner sind die Dualen Partner der Studienrichtung aufgeführt. Viele Duale Partner beginnen 12 bis 18 Monate vor Studienstart mit ihrem Auswahlverfahren. Studieninteressierte, die kurzfristig noch einen Studienplatz suchen, können sich an die Studiengangsleitung wenden.

Zusätzlich zu den Dualen Partnern, die in der Liste aufgeführt sind, ist eine Initiativbewerbung auch bei anderen Unternehmen möglich. Um als Dualer Partner aufgenommen zu werden, müssen die Eignungsvoraussetzungen erfüllt werden.

Eine darüber hinaus gute Möglichkeit, um einen Studienplatz zu finden, schafft die Bewerberbörse der DHBW Ravensburg. Bewerber legen dort ein Bewerbungsprofil mit Fähigkeiten und Kenntnissen an und lassen sich von angemeldeten Partnerunternehmen finden.

Um an der DHBW zu studieren, müssen neben dem Studienvertrag bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden. Diese sind unter Bewerbung & Zulassung zu finden.


Dualer Partner werden

Grundsätzlich sind Unternehmen aller Branchen, von der Industrie bis hin zur Dienstleistung, geeignet, Dualer Partner zu werden, wenn sie über ein Geschäftsfeld im Bereich Maschinenbau verfügen. Gerade die Vielfalt und Dynamik der beteiligten Unternehmen sind zentrale Erfolgsfaktoren der DHBW Ravensburg.

Als relevante Eignungskriterien müssen fachliche und personelle Mindestanforderungen erfüllt werden, die bei der Studiengangsleitung erfragt werden können. Die letztendliche Entscheidung, ob ein Unternehmen Dualer Partner werden kann, obliegt dem örtlichen Hochschulrat. Die Dualen Partner reservieren dann die gewünschte Anzahl an Studienplätzen bei der Studiengangsleitung.

Aus Lehre & Forschung

Kooperative Forschung

Forschungsaktivitäten und Projekte der Studienrichtung Produktionstechnik werden gebündelt im Zentrum für Digitalisierung in Produktion und Produktentwicklung und fokussieren sich derzeit auf die Themenfelder:

  • Digitalisierung in der Produktionsumgebung
  • Implementierung von Digitalisierungsansätzen in Produktionssystemen
  • Artificial Intelligence (Machine Learning, Augmented and Virtual Reality)

Labore und Einrichtungen

Technische Ausstattung

  • CAD-Labor (CATIA V5, Siemens NX, MATLAB / Simulink)
  • Produktionstechnisches Zentrum
    • KUKA-Schulungsroboter (KR30 + KR5 in Schulungszelle)
    • Kollaborativer Roboter UR5
    • Bearbeitungszentrum DMG DMU40 Monoblock mit Werkzeugvoreinstellung
    • Mechanischer Bearbeitungsbereich inklusive Kleinmaschinen
    • 3D-Drucker (Stratasys F370)
  • Messtechniklabor
    • Kollaborativer Roboter UR3 in Versuchsaufbau mit Keyence 2D-Mikrometer
    • Mitutoyo CNC-3D Koordinatenmessmaschine
    • Mobiler 3D-Messarm (7 Achsen) Faro Edge 1,8m mit Laserscanner
    • Keyence Digitalmikroskop VHX 600
    • Mitutoyo Oberflächenrauheitsmessgerät SJ-310
    • Versuchsaufbauten für diverse Sensoren
  • 3D-Labor
    • 3D-Laserscanner


Digitale Lern- und Modellfabrik Fallenbrunnen

Fokus auf Digitalisierungsanwendungen im Umfeld der industriellen Digitalisierung bzw. Industrie 4.0

  • Mensch-Maschine-Interaktion
  • Technologie-Akzeptanz und Usability
  • (Kollaborative) stationäre (KUKA iiwa 7, Franka Emika Panda, UR5, Fruitcore HORST600) und mobile Robotik (Omron LD90)
  • Intelligente mobile Robotik-Anwendungen
  • 2D- und 3D-Kameratechnik
  • Virtual und Augmented Reality
  • Bandumlaufsystem mit autonomer Plug-and-Produce-Technik
  • Moderne Automatisierungstechnik mit aktueller industrieller Kommunikation
  • In-Process-Prüfung mit Edge/Cloud-Anbindung und Data-Mining-Lösungen
  • Schulungsplatz Steuerungstechnik
  • Demonstrationsaufbauten zu Cloud/LoRa, SmartWatch und Produktionsassistenz


Zugriff auf Einrichtungen des Instituts für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT)

Wir über uns

Preise und Auszeichnungen

Der Duale Partner Coperion vergibt regelmäßig einen Preis für die*den beste*n Absolventin*Absolventen im Maschinenbau. 

Der Biberacher Wirtschaftspreis geht an Absolvent*innen der DHBW Ravensburg, die in einer der beteiligten Biberacher Firmen im dualen Studium ausgebildet wurden und die ihr Studium mit einer Note von 1,9 oder besser sowie mit einer ECTS-Klassifikation A oder B geschafft haben.

 

 

Ansprechpersonen

Allgemeine Informationen zum dualen Studium (Zulassungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren usw.) erhalten Sie von der Studienberatung der DHBW Ravensburg.

Bei spezifischen Fragen zum Studienschwerpunkt Maschinenbau - Produktionstechnik / Produktion und Management wenden Sie sich bitte direkt an die unten genannten Ansprechpersonen.

Wir helfen Ihnen gerne per Telefon oder per E-Mail weiter. Oder Sie vereinbaren ganz einfach einen Beratungstermin vor Ort.