Franziska Baar promoviert zum Thema Innovationskommunikation

Zum Thema „Innovationskommunikation für die ÖPNV-Mobilitätskonzepte von morgen“ hat Franziska Baar ihre Doktorarbeit nun erfolgreich abgeschlossen. Sie hat am Zentrum für empirische Kommunikationsforschung (ZEK) der DHBW Ravensburg promoviert. Ihr Doktorvater war Prof. Dr. Frank Brettschneider vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, seitens der DHBW Ravensburg wurde sie von Prof. Dr. Simon Ottler betreut.

Wie steht es um unsere Mobilität der Zukunft? Das Thema autonomes Fahren rückt als technische Innovation immer mehr in den Fokus. Eine neue Technologie, die auch dem Öffentlichen Personennahverkehr auf die Sprünge helfen könnte. Der macht zwar aus ökologischer Sicht Sinn, ihm fehlt jedoch vor allem im ländlichen Raum die notwendige Flexibilität und Attraktivität. Autonome Fahrzeuge, die ohne den teuren Faktor Personal auskommen, könnten ganz neue Konzepte möglich machen. Franziska Baar hat in ihrer Arbeit untersucht, was bei der Kommunikation solcher innovativen Mobilitätsthemen zu beachten ist – von der Analyse über Planung, Umsetzung sowie Evaluation.

Drei größere Befragungen deutschlandweit lieferten Franziska Baar dabei die notwendigen Daten und Grundlagen. Eine vierte Befragung in der Region Bodensee gab weitere interessante Einblicke, denn über ein Testfeld Autonomes Fahren in Friedrichshafen waren die Bürger*innen dort bereits speziell sensibilisiert und informiert. Über das Projekt RABus waren dort selbstfahrende elektrische Kleinbusse im Testbetrieb mit Fahrgästen unterwegs. Ein Ergebnis aus den Befragungen: „Auch wenn es noch einige Bedenken gibt, ist die Bereitschaft auf jeden Fall da, sich auf autonome Angebote einzulassen“, sagt Franziska Baar. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind in Bezug auf den ÖPNV wichtige Kriterien, die Nachhaltigkeit spielt als Argument eine geringere Rolle. Das brachte wichtige Erkenntnisse für die Kommunikation und die Ansprache der Bürger*innen über künftige Verkehrskonzepte.

Welche Kanäle spielen bei der Kommunikation eine wichtige Rolle? Auch hierzu lieferte die  Befragungen Erkenntnisse. Für eine Vorabinformation ist die Zeitung wichtig – in einer späteren Phase in Bezug etwa auf ein Fahrerlebnis die sozialen Medien.

Neben den Befragungen waren auch Interviews mit Kommunikatoren von ÖPNV-Anbietern sowie die Analyse von Medienberichten eine wichtige Quelle für die Doktorarbeit.

Forschung ist für die DHBW noch ein relativ neues Feld. Franziska Baar ist die dritte Doktorandin an der Fakultät Wirtschaft. Gestartet war sie vor sechs Jahren als Teil des „Innovationsprogramm Forschung“ (IPF), mit dem die Duale Hochschule Baden-Württemberg den akademischen Mittelbau sowie die Themen Forschung, Innovation und Transfer fördert. Das ermöglichte ihr auch einen Einsatz in der Lehre und am ZEK – an dem sie Studierende unterstützte beim Einsatz von Umfrage- und Auswertungstools oder beim Eye Tracking. „Wir freuen uns, dass aus dem Innovationsprogramm Forschung heraus drei Promotionen entstanden sind“, sagt Prof. Dr. Simon Ottler, Dekan Wirtschaft an der DHBW Ravensburg. 

Franziska Baar hatte bereits an der DHBW Ravensburg im Bachelor und im Master studiert und in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Für die weitere Zukunft wird es nun wohl eine Aufgabe außerhalb der DHBW werden. Den Bereich autonomes Fahren behält sie weiter im Auge – und ist gespannt was passiert, wenn die ersten amerikanischen und chinesischen Anbieter auf den deutschen Markt drängen.