Nachhaltigkeit messbar machen: Publikation eines Modells zur Prognose des standortbezogenen CO₂-Fußabdrucks von Veranstaltungen
Die wissenschaftliche Studie von DHBW Dozentin und Alumna Valerie Grimm und Prof. Dr. Thomas Bauer vom Studiengang BWL-Messe-, Kongress- und Eventmanagement an der DHBW Ravensburg im Journal of Convention & Event Tourism liefert praxisnahen Ansatz für nachhaltigeres Eventmanagement.
Wie lassen sich die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung bereits in der Planungsphase abschätzen – und gezielt reduzieren? Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Thomas Bauer und Valerie I. Grimm von der DHBW Ravensburg in ihrer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung. Die Studie stellt einen im Rahmen der zugrundeliegenden Fallstudie entwickelten Prognoseansatz vor, der den standortbezogenen CO₂-Fußabdruck von Veranstaltungen prognostiziert und damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für nachhaltigeres Eventmanagement schafft.
Angesichts wachsender Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa durch die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und weitere regulatorische Vorgaben, stehen Unternehmen und Veranstaltungsorganisationen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Emissionen transparent zu erfassen und zu dokumentieren. Besonders komplex ist dies in der Veranstaltungsbranche, in der zahlreiche Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette zusammenwirken.
Die Forschenden der DHBW Ravensburg setzen genau an dieser Stelle an. Ihr entwickeltes Rahmenmodell ermöglicht es, relevante Emissionsquellen systematisch zu erfassen und den Product Carbon Footprint (PCF) verschiedener Veranstaltungskomponenten und -dienstleistungen standortbezogen auf Basis von Planungsparametern zu prognostizieren. Dabei werden Dienstleistungen nach ihrem Leistungsort gruppiert und zentrale Einflussfaktoren wie Energieverbrauch oder Catering berücksichtigt – Bereiche, in denen sich bereits während der Planung Ansatzpunkte zur Emissionsminderung ableiten lassen.
„Nachhaltigkeit darf nicht erst nach einer Veranstaltung bilanziert werden. Entscheidend ist, ökologische Auswirkungen bereits im Vorfeld sichtbar zu machen, damit Veranstalter fundierte Entscheidungen treffen können“, erläutert Prof. Dr. Thomas Bauer vom Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement der DHBW Ravensburg.
Die Studie basiert auf einer Fallstudie über drei Kongressformate und zeigt die praktischen Herausforderungen der Datenerhebung in der Veranstaltungswirtschaft auf. Dabei wird deutlich, dass ökologische Kennzahlen eng mit wirtschaftlichen Faktoren wie Saisonabhängigkeit oder Auslastung verknüpft sind. Die Ergebnisse leisten damit einen fallstudienbasierten Beitrag zur Diskussion über die Nachhaltigkeitsbewertung in der MICE-Branche, insbesondere der aktiven Integration von Emissionsprognosen in Planungs- und Entscheidungsprozesse. Branchenspezifische Leitlinien zur Ermittlung von Event Carbon Footprints werden kontinuierlich weiterentwickelt und ergänzen den methodischen Diskurs.
Das Projekt einer kooperativen Forschung wurde gemeinsam mit der Messe Frankfurt, einem langjährigen Dualen Partner der DHBW Ravensburg, verwirklicht. Valerie Grimm vertritt die Messe Frankfurt in nationalen und internationalen Nachhaltigkeits-Arbeitskreisen von NZCE, UFI und AUMA.
Das Journal of Convention & Event Tourism ist eine in der Veranstaltungsbranche renommierte englischsprachige Fachzeitschrift. Das Journal ist mit Impact Factor offiziell gerankt.
Die Publikation ist erhältlich über:
https://www.tandfonline.com/doi/figure/10.1080/15470148.2026.2709608?scroll=top&needAccess=true
Wissenschaftliche Veröffentlichung
Grimm, Valerie I.; Bauer, Thomas (2026): Forecasting location-based event carbon footprints., Journal of Convention & Event Tourism, DOI: 10.1080/15470148.2026.2709608