Smarte Ideen für schnelle Zeiten

Das Zentrum für Digitalisierung in Produktion und Produktentwicklung (ZDP) an Technikcampus Friedrichshafen der DHBW Ravensburg hatte zu seinem Production Excellence Day 2026 eingeladen. Diese vierte Auflage der Veranstaltung brachte wieder Expert*innen aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Organisiert und moderiert wurde der Tag von Prof. Dr. Thomas Dietmüller und von Prof. Dr. Thomas Seemann vom ZDP. Zur Begrüßung sprach Rektor Prof. Dr.-Ing. Robert Watty.

Themenschwerpunkte waren die Transformation von Produktionsnetzwerken, die Flexibilisierung von Lieferketten, Smart Factory und Smart Operations sowie weitere neue Konzepte aus der industriellen Produktion.

Zum Thema Transformation konnte Nicholas Templin, Executive Vice President Operations bei der Rolls-Royce Power Systems AG, in seiner Keynote einiges berichten. RRPS ist derzeit auf beachtlichem Wachstumskurs. Das bedeutet: „Wir müssen unsere Produktion ändern“, so Templin. Das ist verbunden mit einem teils krassen Umdenken in der Produktion. Automatisierung und KI spielen natürlich eine große Rolle. Aber auch die Frage des Outsourcings – „make it or buy it“.

Ganz grundsätzlich ging Tobias Herwig, Podcast-Host von „Fabrik der Zukunft“ auf Veränderungen in der KI-Ära ein – und warum das unbedingt eine zentrale Führungsaufgabe ist. Dabei ging es um Richtung geben, dass aus Dateneinsichten auch wirklich Entscheidungen erwachsen, um das Ermöglichen von Lern- und Pilotprojekten und um KI gezielt in Arbeit umzusetzen.

Christian Falkenstein ist Geschäftsführer der Falkenstein Projektmanagement GmbH, einem Unternehmen, das seit über 100 Jahren weltweit in der Fabrikplanung tätig ist. Für Falkenstein sind von den drei Faktoren, die er für den Erfolg einer Smart Factory benennt, zwei menschlicher Natur: die Kompetenzen der Mitarbeitenden sowie ihre Zusammenarbeit und Motivation. Technologie kommt erst an dritter Stelle.

Christian Scharner, EFESO, und Jannis Röckel, aioneers Technologies GmbH, sagen über Supply Chain: „Die meisten scheitern nicht an fehlender Transparenz, sondern daran, dass aus Transparenz keine besseren Entscheidungen entstehen.“

Um Daten ging es bei Raimund Schwierz, CLAAS KGaA mbH: „Transparenz entsteht erst, wenn die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt im passenden Detailgrad beim richtigen Abnehmer ankommen.“

Bei Andreas Murschall, Airbus Helicopters, ging es um die Komplexität im Bereich Helicopter.

Francesca Brobeil und Ellen Weissenrieder, ZF Friedrichshafen AG, beleuchteten das Thema Holistic Supply Chain Risk Management, sie sagen: „Unternehmen verlieren kein Geld wegen Risiken. Sie verlieren Geld, weil sie Risiken zu spät erkennen.“

Michael Merk, allsafe Gmbh & Co. KG, zeigte, „wie unsere Sales neue Produkte erfinden, die direkt in der Produktion landen“.

Mark Locherer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ZDP sprach über funktionale Sicherheit mit KI – geht das?

Carsten Busam, MOSOLF Special Vehicles GmbH, hat zum 3D-Druck im Sonderfahrzeugbau festgestellt: Die Schwelle, ab der 3D-Druck auch in der Serie wirtschaftlich wird, liegt deutlich niedriger als gedacht.