„Es war Megastress und Megaspaß“

Beim Executive Dinner, das der Förderverein der DHBW Ravensburg (VFA) regelmäßig für Studierende der DHBW veranstaltet, war dieses Mal Thomas Knöpfler, Mitbegründer und Geschäftsführer des Softwareentwicklers ATICO GmbH in Immenstaad. Er war einer der vier Manager bei der Bosch Financial Software, die durch einen Management Buy-Out das Geschäft selber übernommen haben. Für ein edles Abendessen im Kressbronner Restaurant „Meersalz“ hatten sich die Studierenden vorab über die Firma informiert

„Wir sind in einen fahrenden Bus eingestiegen und mussten ihn anschließend auch noch kaufen“, sagt Thomas Knöpfler über seinen Werdegang. Knöpfler kommt aus der Gegend und hat an der DHBW Ravensburg studiert. Nach einigen „Wanderjahren“ als Berater kehrte er zurück, arbeitete in Immenstaad bei einem Softwareentwickler, der schließlich von Bosch übernommen wurde. Bosch wollte seine Sparte nach einigen Jahren wieder abstoßen – und es kam 2015 zu jenem Buy-out durch die vier Manager.

Kein ungewöhnliches Szenario – rund 20 Prozent der Unternehmensübergaben werden derart geregelt. Sicherer Job ade – wie fühlt man sich vor und bei einer solchen Entscheidung? „So eine Chance gibt es nicht oft im Leben“, sagt Thomas Knöpfler, den vier Managern war also schnell klar, dass sie Unternehmer werden wollen. „Es war Megastress und Megaspaß“, beschreibt der ATICO-Chef. Die Finanzierung, die eigene Buchhaltung und Personalabteilung aufbauen, Kunden akquirieren und nicht zuletzt Verantwortung für die Mitarbeiter übernehmen. All das scheint gut gelungen, die Firma plant gerade ein neues Gebäude und ist seit dem Buy-out von 90 auf 140 Mitarbeiter gewachsen. Hatten die Jungunternehmer für all das einen Coach?, wollten die DHBW-Studierenden wissen. „Ne gar nicht“, so Knöpfler. Ein gutes Team war die beste Voraussetzung. Heute die größte Herausforderung für ATICO: neue Mitarbeiter finden. Viel tut der Softwareentwickler mit dem Schwerpunkt auf Bank- und Finanzprodukte auch im Bereich Mitarbeiterbindung.

Interdisziplinär zu diskutieren ist ein Ziel des Executive Dinners. „Ein Studium generale“, wie Prof. Harald Pfab, Vorsitzender des Fördervereins der DHBW Ravensburg, meinte. Entsprechend rege war dann auch das Tischgespräch bei dem leckeren Abendessen und dem edlen Ambiente. Und die Gastgeberin des Abends im „Meersalz“, Dominique Essink, ist zudem noch Alumna der DHBW Ravensburg.