eEast – dem Strom entlang: elektrisch vom Bodensee nach Bratislava

Dauerregen, Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt waren die Begleiter des e2rad-Teams bei ihrer Tour mit dem Pedelec vom Bodensee nach Bratislava. Die Studierenden Wirtschaftsingenieurwesen haben die 926 Kilometer gemeinsam mit radbegeisterten Bürgern dennoch mit Bravour gemeistert. Zwei Ziele hatten sie dabei im Blick: Mit mehreren Messgeräten an den Rädern sammelten sie zur späteren Auswertung Leistungsdaten; zudem soll die Tour zeigen, welches Potenzial im Elektroradeln als Alternative zum Auto steckt.

Nur an einem Tag hatte das Wetter die Teilnehmer der e2rad-Tour an ihre Grenzen gebracht. Ausgerechnet bei der 155 Kilometer langen Königsetappe von Salzburg nach Linz wollte und wollte der Dauerregen kein Ende nehmen. Nach vier Stunden stiegen die Radler schließlich in den Zug. Herbert Fischer lobte das Team der Studierenden: „Es war toll, wie die Studenten spontan die Zugfahrt für die Radgruppe organisierte. Das Wetter war auf dieser Etappe einfach zu schlecht für eine Weiterfahrt.“ Die Laune ließen sich die Radler dennoch nicht vermiesen. Sie tankten Sonnenschein am 1. Mai und genossen Kultur in Salzburg, Linz, in Wien und Bratislava. Studiengangsleiter Jürgen Brath, wie bei jeder Tour ohne elektrische Unterstützung am Start, meinte zum Schluss: „Die Unterkünfte sowie die österreichische und slowakische Küche haben dieses Jahr Maßstäbe gesetzt. Wegen des Wetters musste das Organisationsteam oft improvisieren, hat diese Herausforderungen in der Summe aber bestens gemeistert.“

 „eEast – dem Strom entlang“ lautete das Motto dieser neunten Auflage der e2rad-Tour der DHBW-Wirtschaftsingenieure. Gemeint war damit natürlich die Fortbewegung per E-Rad, zudem führt die Strecke zu einem großen Teil an der Donau entlang. Es war bereits die neunte Tour, die das e2rad-Team zu diesen Zwecken auf die Beine stellt. Friedrichshafens Partnerstadt Imperia, Avignon, Flensburg, die Alpen, die französische Ärmelkanalküste, die kroatische Adriaküste, Brüssel und Berlin hießen die Ziele der vergangenen Jahre. Eine „Fangemeinde“ an radbegeisterten Bürgern ist dabei regelmäßig mit dabei. Etwa Bernhard Glatthaar, der die DHBW-Studierenden wieder bei der Planung der Strecke unterstützt, oder das Ehepaar Evelyne und Herbert Fischer sowie Eberhard Brugger.

Die ganze Tour lang haben die DHBW-Studierenden an den Pedelecs die Leistungsdaten erhoben. Raphael Birkhofer war im studentischen Team während der Fahrt für die Leistungsmessungen zuständig: „Wir sind froh, dass trotz des nassen Wetters die Messgeräte funktionierten. Unser Ziel ist es, ein Prognosemodell für die Reichweite des Akkus zu entwickeln, das abhängig vom ausgewählten Gang, der Unterstützungsstufe des Antriebs und des Höhenprofils die Reichweite vorhersagt.“

Neben dem „Datensammeln“ hat sich das Team der DHBW Ravensburg auf die Fahnen geschrieben, das Elektroradeln populär zu machen. Sie wollen zeigen wie Sportliche und weniger Sportliche, Ältere und Jüngere mit Spaß auf einer Tour unterwegs sein können, die keine Wünsche offen lässt. Kathrin Romer ist im studentischen Team für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts zuständig, sie meint: „Das Besondere ist, dass Jung und Alt gemeinsam eine anspruchsvolle Radtour machen und auch Widrigkeiten wie das Wetter gemeinsam meistern.“ Edmund Belser ist mit 74 Jahren einer der älteren Teilnehmer der Tour. Er war bereits vor fünf Jahren bei der Tour nach Berlin dabei: „Ich mag besonders die Art und Weise, wie die Studenten die Tour organisieren und die abwechslungsreichen Strecken.“

Deutlich machen konnten die Studierenden ihr Anliegen auch durch Presseartikel, bei einem Radiointerview, das sie auf der Tour vereinbart hatten, oder durch Treffen etwa mit dem Tourismusdirektor von Linz und dem zweiten Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen.

Die Planung der Tour samt Strecke, Sponsorensuche oder Hotelbuchung waren ein Teil der Aufgabe für die DHBW-Studierenden. Im Anschluss an die Tour ist noch lange nicht Schluss, denn nun beginnt die Auswertung der gesammelten Daten.

 

Die Etappen:

Friedrichshafen – Pfronten                                       122 km, 1400 Höhenmeter

Pfronten – Achenkirch                                              115 km, 1200 hm

Achenkirch – Ruhpolding                                           121 km, 800 hm

Ruhpolding – Salzburg                                              80 km, 900 hm

Salzburg – Linz                                                          155 km, 900 hm

Linz – Pöchlarn                                                          100 km, 200 hm

Pöchlarn – Wien                                                        129 km, 300 hm

Wien – Bratislava                                                      104 km, 300 hm

 

Die Teilnehmer: Bernhard Glatthaar, Heinrich Vöhringer, Evelyne Fischer, Herbert Fischer, Eberhard Brugger, Edmund Belser, Ludwig Schmalholz, Jürgen Brath, Kathrin Romer, Maximilian Kessler, Daniel Kittl, Nicolas Bauhofer, Nils Kremer, Philip Minneker, Raphael Birkhofer, Robert Widler